„Das Schwert, die spirituelle Übung und der ungebundene Geist- (….) durch eifriges Bemühen und Geduld sollen sie EINS werden.
William Scott Wilson
Aggression existiert, Aggression ist – Aggression darf sein!
Die Spirale der Gewalt dreht sich, täglich und überall. Aggression wird in der heutigen Welt geduldet und toleriert. Aggression dient als Ventil, als Form unserer Kommunikation. Gewalt und Aggressionen verunsichern unsere Gesellschaft – Gewalt und Aggressionen sind in unserem Rollen- und Wachstumsprozess nicht eingebettet. Oft wird die verbalisierte Form von Gewaltausdrücken oder das Ausleben von Gewalt als Ritus in Cliquen zelebriert und dient ebenfalls der Abgrenzung gegenüber der Erwachsenenwelt.
Aggression und Gewalt sind Ausdruck von starken Gefühlen und von Vitalität. Ich empfinde es als essenziell, einen passenden Umgang damit zu kultivieren – dies für mich ein Teil der Erziehungsarbeit unserer Söhne. Im spielerischen Kampf lehre ich den Umgang mit Nähe und Distanz zwischen den Generationen. Wir arbeiten an unseren inneren und äusseren Grenzen und Räumen. Im Kampf mit dem japanischen Schwert (bokken) lernen die Väter und Söhne, sich abzugrenzen und für etwas einzustehen. Spass und Humor darf dabei nicht fehlen.
Seit über 20 Jahren übe ich den Schwertkampf. Ich lernte dabei, mich präzise, zielgerichtet und konzentriert auf etwas zu fokussieren. Dabei bin ich in meiner Kraft und meiner Lebensenergie.
Für mich sind Initiationsriten sehr wertvoll und wichtig. Ältere führen die Jungen ins Mannsein ein und lehren ihnen einen Umgang in der Erwachsenenwelt. Solche Riten wurden früher in allen Kulturen durchgeführt, heute passiert die Initiation oft nur noch durch Mutproben innerhalb der Jugendbanden. Dies führt zu Jugendkriminalität und unkontrollierter Gewalt. Die Väter treten in den Hintergrund und wirken als abwesende Identifikationsfiguren. Die Sehnsucht nach dem Vater bleibt, männliche ältere Vorbilder fehlen.
Söhne müssen das Mannsein von Männern lernen und sich ihrer Kraft und ihrem Aggressionspotential bewusst werden.
Es ist essenziell, dass die Jungen kämpfen können und dabei gleichzeitig die Grenzen respektieren – sie müssen kämpfen können, ohne jemanden zu verletzen. Ihre männliche positive Kraft soll mit einem guten Umgang gelebt werden.
Kursort:
Das Seminar findet im Mülital bei Oltingen / Detlingen BE statt, in einer Natur, in der Stille bewegt und Begegnungen möglich werden. Geschlafen wird im 7m Dom (Zelt), der Kurs selber findet meistens im Freien statt. Daher empfiehle ich lockere, dem Wetter angepasste Kleider. Ein Bach, Schwimmteich und Naturjacuzzi bieten die Möglichkeit zu Pflege und Entspannung. Das nächtliche Feuer und Kerzenlicht laden zum Austausch ein. Gekocht wird im nebengelegenen Haus. Der Kontakt zur Aussenwelt ist nur eingeschränkt möglich.
Anmeldung:
Bis spätestens 21 Tage vor Kursbeginn
Die Gruppe besteht aus mindestens je 5 Väter/Jugendlichen und bis max. 14 Teilnehmenden
Kosten :
CHF 320.– Väter / CHF 190.– Söhne bis 16 Jahre, inkl. Essen und Übernachtung
Leitung: Adrian Wiesmann

29

Mai

Vater & Sohn Schwertkampf 29.5 – 31.5.2020